Bachelorarbeit

Immersion bei Events

Deine Vorfreude ist schon seit Tagen riesig und in der letzten Nacht konntest du kaum schlafen, so nervös warst du. Endlich ist es so weit. Schon von Weitem siehst du das grosse rot-weisse Zelt. Der Duft von Popcorn steigt dir in die Nase und ehe du dich versiehst, drückt dir ein Clown mit übergrossen Schuhen und einer roten Nase ein Programmheft in die Hand und zaubert nebenbei eine Blume hinter deinem Ohr hervor. Wenige Sekunden später sitzt du unter der Kuppel des riesigen Zeltes. Akrobatinnen schwingen sich durch die Lüfte, Zauberer lassen Kaninchen verschwinden und der strenge Duft kündigt die Pferde und Ponys an… und ZACK, plötzlich ist alles vorbei.

Dieses Erlebnis kennen die meisten sicherlich aus ihrer Kindheit. Man freut sich auf einen Event und taucht dabei in eine andere Welt ein, vergisst die Zeit und kann kaum glauben, dass es so schnell vorbei geht. Das ist das Ziel, welches Eventmanager bis heute verfolgen, um ihre Besucher zu fesseln und für eine gewisse Zeit ein immersives Erlebnis zu erschaffen. Technische Neuerungen bringen dabei zwar neue Möglichkeiten ins Spiel, aber einfacher ist die Erzeugung von Immersion nicht geworden.

Genau darum geht es in der Thesis meiner Bachelorarbeit. Ich habe untersucht, welche vom Organisator planbaren Faktoren die Immersion der Teilnehmer während eines Events beeinflussen. Aufgrund von literaturbasierten Theorien und Experteninterviews habe ich fünf praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Eventveranstalter erarbeitet.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Zielgruppe kennen

Je besser der Veranstalter seine Zielgruppe kennt, umso intensiver taucht diese ein. Dabei steht die Art der Vermittlung im Zentrum.

2. Regeln kennen

Kennt der Zuschauer die Regeln, taucht er schneller und nachhaltiger ein. Wenn nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Besucher die Regeln kennt, können diese über die Vorkommunikation vermittelt werden.

3. Glaubwürdig und kongruent

Ein Event muss kongruent sein. Alle vermittelten Inhalte sind aufeinander abgestimmt und sollen glaubwürdig sein. Bisweilen kann auch ein bewusster Stilbruch zu Immersion führen: Wer die Regeln kennt, darf sie brechen.

4. Eine Frage der Zeit

Kurzfristige Immersion muss überraschen, langfristige braucht eine Geschichte. Die Dauer ist zudem auf die Methode abgestimmt oder umgekehrt.

5. Besucher sind Teilnehmer

Besucher sind ein aktiver Teil des Events und können diesen mitgestalten. Ohne Teilnahme gibt es kein immersives Erlebnis.